Gewaltiges Sanierungsprojekt in Leipzig

DEUTSCHE ROCKWOOL
01. März 2021

Nachhaltig bauen und Steinwolle recyceln

Gladbeck/Leipzig – In Leipzig-Grünau realisiert die Wohnungsbau-Genossenschaft Kontakt e.G. (WBG Kontakt e.G.) aktuell die viel beachtete Kernsanierung eines Gebäudes, das 1984 in Plattenbauweise errichtet wurde. Schritt für Schritt wandelt sich das Gebäude in einer Bauzeit von rund zwei Jahren zu einer modernen, energetisch zeitgemäßen Wohnanlage. Die Menge des zu deponierenden Baustellenabfalls wurde u. a. durch eine Zusammenarbeit mit der DEUTSCHEN ROCKWOOL verringert.

Die Wohnungsbauserie WBS 70 war das am weitesten verbreitete Plattenbausystem der DDR. Entwickelt wurde es Anfang der 1970er-Jahre unter anderem von der Deutschen Bauakademie und der Technischen Universität Dresden. In Leipzig (An der Kotsche 43-73) wurden 246 Wohnungen in fünf Baukörpern mit WBS 70 geschaffen. Sie gruppieren sich um einen gemeinsamen Innenhof. Nach ihrer Kernsanierung sollen hier den Mitgliedern der WBG Kontakt e.G. immer noch mehr als zweihundert Ein- bis Fünfraumwohnungen zur Verfügung stehen. Die meisten von ihnen werden barrierearm, manche rollstuhlgerecht sein.

Mehr Komfort entsteht durch die Zusammenlegung einzelner Wohnungen, durch Grundrissoptimierungen, nachträgliche Balkonanbauten bzw. die Vergrößerung vorhandener Balkone und die Schaffung von Bädern mit Fenstern, also Tageslicht. Im Zuge energetischer Optimierungen wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem auf der Basis von 100 % nichtbrennbarer Steinwolle versehen und die innenliegenden Lüftungsanlagen im Gebäude mit einer Wärmerückgewinnung ausgerüstet.

Entkernt für neue Wohnungstypen

Innenliegende und auf Wohnebene haltende Aufzüge sowie ebenerdige Zugänge zu den Häusern und den Wohnungsbalkonen, aber auch breite Innentüren und entsprechend eingerichtete Bäder sind Merkmale der Wohnungen, die für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit eingerichtet werden. „Vor allem, um viele barrierearme und einige rollstuhlgerechte Wohnungen anbieten zu können, haben wir tiefe, auch baukonstruktive Eingriffe in die Bausubstanz aus den 1970er-Jahren vorgenommen“, erklärt Uwe Rasch, Vorstand Technik der WBG Kontakt e.G. Neben den seniorengerechten Wohnungen entstehen bezahlbare, große Wohnungen für Familien, denn: „Der Stadtteil Lausen-Grünau bietet eine gute Infrastruktur und wir wollen durch unsere Investition modernen Wohnraum für ältere und neue Mitglieder unserer Genossenschaft schaffen“, fasst Rasch zusammen. „Sie sollen sich hier rundum wohl und sicher aufgehoben fühlen.“

Nachhaltig bauen und dämmen

Für Sicherheit und einen langfristigen Werterhalt hat die WBG Kontakt e.G. auch durch die Auswahl der verarbeiteten Baustoffe gesorgt. Die Anforderung an zeitgemäßen Wärme- und Schallschutz nahm sie dabei ebenso ernst wie den Wunsch, mehr als nur den vorgeschriebenen Brandschutz zu realisieren und zugleich möglichst ökologisch zu bauen. Hardy Frellstedt von der Baureparaturen Leipzig West GmbH, einem langjährigen Partner der WBG Kontakt e.G., befürwortete die Entscheidung seines Auftraggebers für ein Wärmedämmverbundsystem mit Steinwolle von ROCKWOOL auch deshalb, weil dieser Hersteller über ein funktionierendes Recycling-System verfügt. „Der Baustellenverschnitt wird über das System Rockcycle in ein ROCKWOOL Werk zurückgeführt und dort in der Produktion von gleichwertiger, neuer Dämmung wiederverwertet“, berichtet er. „Das finden wir wichtig.“

Der durch die Fassadendämmung verbesserte Wärmeschutz senkt nach Berechnung der Energieberater im Projektteam die Mietnebenkosten so weit ab, dass die Mehrkosten für den Betrieb der neuen Aufzüge nahezu kompensiert werden können. „Das ist ein für uns wichtiger Aspekt, denn schließlich sollen den zukünftigen Mietern gemessen am Komfort günstige Mieten garantiert werden“, erklärt Kontakt-Vorstand Rasch.

Mehr Platz im Grünen

Das Farbkonzept des Architekturbüros Domke für die Fassade mit großen weißen oder zartgrauen Flächen und kräftig sonnengelben Akzenten im Sockelbereich und den Fensterlaibungen verleiht dem großen Gebäude eine moderne und freundliche Ausstrahlung. In Kombination mit einem begrünten Innenhof wird die sanierte Anlage ein gutes Beispiel dafür sein, wie das Leben in der Stadt attraktiv und bezahlbar bleibt. Die Mehrzahl der Wohnungen verfügt jeweils über einen mit 350 x 200 cm außergewöhnlich großen Balkon, der durch eine doppelflügelige Terrassentür barrierefrei zu erreichen ist. 39 Stellplätze bietet ein neues Parkdeck im Innenhof, dessen Dach als zusätzliche Freizeitfläche genutzt werden kann.

Bezug seit Herbst 2020

Schon seit Oktober 2020 können die ersten komplett sanierten Wohnungen des Gebäudes bezogen werden. Vollständig abgeschlossen sind die Bauarbeiten im Sommer 2021 – Bauarbeiten, die für Uwe Rasch unter der Überschrift „Nachhaltig saniert und gestaltet“ standen und stehen. „Die Planer ebenso wie alle Bauausführenden engagieren sich in diesem Projekt mit großer Leidenschaft. Deshalb gelingt es uns hier, den Beweis anzutreten, dass es möglich ist, aus einem alten Plattenbau ein sehr modernes Wohnquartier zu entwickeln, das auf den Bedarf von Senioren und größeren Familien gleichermaßen ausgelegt ist.“ Sehr zur Freude des Vorstands werde die WBG Kontakt e.G. nach der Sanierung Wohnungstypen anbieten können, die es in ihrem Bestand von immerhin mehr als 15.000 Wohnungen bisher noch nicht gab.

Nachhaltig bauen für den Werterhalt

Im Vordergrund der Planung wie der Ausführung steht nicht der dringende Wunsch, stets die preisgünstigste Variante einer Maßnahme zu finden, sondern dem besonderen Wert der Liegenschaft durch die Auswahl nachhaltiger Materialien und Bauprodukte Rechnung zu tragen. „Als Genossenschaft fühlen wir uns in besonderer Weise verpflichtet, nachhaltig zu bauen“, betont Uwe Rasch. Die Ökobilanz des Materials und das neue Recyclingkonzept für Baustellenverschnitt empfiehlt Steinwolle aus Sicht des Bauingenieurs Rasch für Neubau und Sanierung gleichermaßen: „So wie wir für jedes Kind einen Baum pflanzen, das in einer Familie geboren wird, die eine unserer Wohnungen bewohnt, wollen wir auch beim Sanieren zeigen, dass wir unserer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht werden.“ Vor allem jüngere Interessenten für Wohnungen fragten heute ausdrücklich danach, wie und mit welchen Materialien gebaut wurde, so Rasch.

Bewährter Partner für WDVS

Von Oktober 2019 bis September 2020 waren im Schnitt 15 Mitarbeiter der Baureparaturen Leipzig West GmbH – kurz BRW – ständig vor Ort, um die Fassaden An der Kotsche zu dämmen und zu gestalten. Das Vertrauensverhältnis zwischen der WBG Kontakt e.G. und dem Fassadenspezialisten beruht auf einer mehr als 25-jährigen Zusammenarbeit. Immerhin seit 20 Jahren verarbeitet die BRW Steinwolle-Dämmungen. „Die Zahl der Anfragen nach einer Ausführung mit Steinwolle wächst vor allem in den letzten Jahren rasant“, berichtet Hardy Frellstedt, der den Einsatz An der Kotsche organisierte. „Man kann schon sagen, dass der Trend immer mehr hin zur Wolle und weg vom Polystyrol geht. Auch weil Umweltaspekte und der vorbeugende Brandschutz eine immer größere Rolle für die Bauherren spielen. Wir sanieren besonders viele Schulen und hier wird fast ausschließlich mit Steinwolle gedämmt. Aber auch die Errichter oder Sanierer großer Wohngebäude verlangen in ihren Ausschreibungen überwiegend nach Systemen mit Steinwolle-Kern.“

„Coverrock II“ für den schnellen Baufortschritt

An der Kotsche verarbeitete die BRW das WDVS „Sto Term Mineral“ mit der Dämmplatte „Coverrock II“ von ROCKWOOL, einer nichtbrennbaren Putzträgerplatte aus Steinwolle in der Wärmeleitfähigkeit 035. Durch eine hoch verdichtete Oberlage gewährleistet sie eine hervorragende Putzhaftung und erleichtert die Verdübelung. Rund 12.000 m2 der „Coverrock II“ wurden direkt auf die Baustelle geliefert. Zwischen fünf und zehn Prozent des Materials bleiben auf einer Baustelle wie dieser nach Zuschnitt der Dämmplatten als nicht verarbeitbare Reststücke zurück. „Schade drum, wenn man die nur auf die Mülldeponie fährt“, sagt Frellstedt. „Auch wenn Steinwolle nicht umweltschädlich ist, selbst wenn sie dort nur liegt, ist es ja wenig sinnvoll, so viel wertvollen Dämmstoff nicht wiederzuverwenden.“

Zeitgemäß: Recycling von Steinwolle-Verschnitt

Dass Baustellenabschnitte der Dämmung von der DEUTSCHEN ROCKWOOL zurückgenommen und vollständig recycelt werden, begeistert den Bauprofi deshalb auch ganz persönlich: „Rockcycle ist eine spitzenmäßige Sache. Als Verarbeiter ist man ja derjenige, der sich um die Entsorgung der Dämmstoffreste kümmern muss und das wird immer schwieriger und teurer, weil nicht alle Deponien alles annehmen und die Gebühren ständig erhöht werden. Das muss man mit einkalkulieren und die Auftraggeber staunen nicht schlecht über die hohen Kosten für die Entsorgung von ja im Grunde intaktem Material. Durch Rockcycle tut man der Umwelt etwas Gutes, die Kosten halten sich in Grenzen und der Aufwand ist gerade auf Großbaustellen wie An der Kotsche auch überschaubar, weil wir die BigBags einfach auf der Baustelle füllen und zur Abholung bereitstellen. Wenn Dämmplatten angeliefert werden, geht der Verschnitt im gleichen Lkw zurück ins Werk, wo das Material wieder für die Produktion neuer Steinwolle genutzt wird.“

Steinwolle bleibt also der Dämmstoff seiner Wahl? „Vor allem bleibt sie der Dämmstoff, dem nicht nur wir, sondern auch die meisten unserer Kunden vertrauen“, sagt Frellstedt. „Ein Material, das sich seit Jahrzehnten bewährt hat und das nachweislich langlebig, robust und nicht schädlich für die Umwelt ist. Deshalb passt Steinwolle in unsere Zeit, in der viel mehr Menschen als früher über den Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Schutz der Umwelt nachdenken.“

Bautafel

Bauherr: Wohnungsbau-Genossenschaft Kontakt e.G., Leipzig

GU/Bauleitung: Köster GmbH, Osnabrück

Fassadendämmung: BRW Baureparaturen Leipzig-West GmbH

WDVS-System: Sto AG, Stühlingen

Dämmstoff-Fachberatung: DEUTSCHE ROCKWOOL GmbH & Co. KG, Gladbeck