Mit System und Erfahrung

DEUTSCHE ROCKWOOL
21. Oktober 2026

Steildachsanierung

Gladbeck / Lünen – Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im westfälischen Lünen eine Stadtvilla erbaut, die seither vielfältige Um-, An- und Ausbauten erlebt hat. 2026 entschied sich die Eigentümerin, die heute stark gegliederte „Dachlandschaft“ des Gebäudes sanieren zu lassen. Der Lünener Meisterbetrieb Janz Bedachungen empfahl den Einsatz eines kombinierten Zwischen- und Aufsparrendämmsystems mit nichtbrennbarer Steinwolle sowie eine diffusionsoffene Abdichtung und eine Dachdeckung mit integriertem Solarsystem.

Der Rückbau der vorhandenen Dacheindeckung und Dämmung sowie die Ausführung des neuen Dachaufbaus mit integrierter Photovoltaikanlage konnten innerhalb von rund 2.000 Arbeitsstunden erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz der kalten und nassen Witterung im März und April 2026 stand das Gerüst gerade einmal 8 Wochen. „Das ist immer gut für die Kundenzufriedenheit“, betont Dachdeckermeister Markus Janz. Die Zufriedenheit leide, wenn die Arbeiten länger als geplant dauern, selbst wenn es dafür gute Gründe gibt. Seine Mitarbeiter hätten hier großartige Arbeit geleistet, obwohl das komplexe Dach über dem Mehrfamilienhaus es ihnen „nicht leicht gemacht“ habe.

Jahrzehnte alte Dachlandschaft

Jahre nach dem Bau der ursprünglichen Stadtvilla war seitlich ein längerer Anbau ergänzt worden. Zum Garten hin wurde das Dach zusätzlich teilweise angehoben. Dabei entstand ein ca. 35 m² großes Flachdach. Darüber hinaus war in das Walmdach eine große Schleppgaube straßenseitig und eine kleine Satteldachgaube an einer schmalen Seite integriert worden. Einen alten Kamin, der nicht mehr in Gebrauch war, galt es abzutragen, einen jüngeren im Flachdachbereich zu sanieren.

Die Giebelseiten des Walmdachs wurden schon bei der Errichtung des Gebäudes angeschrägt. So entstanden vier Grate. Da auf der linken Seite das Flachdach über Teilen des OGs an das Walmdach stößt, ist hier der Grat etwas kürzer. Durch eine nachträglich geschaffene Dachterrasse entstand eine weitere Kehle zum Satteldach des Anbaus. Zusätzlich galt es, Dachfenster auf der Rückseite des Hauses und die Glasüberdachung eines Balkons sowie eine vorhandene Solarthermie in der Planung zu berücksichtigen.

„Im Grunde eine typische Situation, wie wir sie auf größeren Bestandsgebäuden mit langer Geschichte vorfinden“, urteilt Dachdeckermeister Markus Janz. „Die Abdichtung an den zahlreichen aufgehenden Bauteilen überall sauber anzuschließen und eine ästhetisch saubere Deckung zu realisieren, verlangt Erfahrung. Für die beteiligten Auszubildenden gab es hier einiges zu lernen.“ Alle Steildachsanierungen im Bestand würden Herausforderungen bereithalten, so der erfahrene Unternehmer, aber dieses Projekt sei noch einmal über das übliche Maß hinaus anspruchsvoll gewesen.

Bewährtes System für Dämmung und Dichtung

Die Komponenten für Dämmung und Abdichtung der insgesamt rund 300 m² Steildachflächen stammen sämtlich aus dem „Meisterdach“ System von ROCKWOOL. Dieses umfasst neben nichtbrennbaren Aufsparrendämmplatten aus Steinwolle optimal abgestimmte Dichtfolien sowie spezielle Systemkleber und Klebebänder. „Seit es das ‚Meisterdach‘ gibt, setzen wir es immer wieder ein“, erklärt Janz. Mit vier möglichen Verlegevarianten für Neubau und Sanierung sowie einer Auswahl an Dämmplatten mit verschiedenen Eigenschaften könne das System ideal an die Anforderungen jedes Bauvorhabens angepasst werden. So kann das „Meisterdach“ als reine Aufsparrendämmung realisiert werden oder – wie in Lünen – als Kombination von Zwischen- und Aufsparrendämmung.

Markus Janz bevorzugt in der Sanierung generell Lösungen mit mineralischen Dämmstoffen: „Ältere Gebäude sollten aus meiner Sicht nur mit diffusionsoffenen Materialien gedämmt und abgedichtet werden. Für Steinwolle spricht zusätzlich eindeutig ihre Nichtbrennbarkeit. Vor allem unter Solaranlagen bedeutet diese ebenso wie die enorme Festigkeit der ‚Masterrock‘ Aufsparrenplatten ein Plus an Sicherheit.“

Im Falle der Steildachsanierung in Lünen wurden zwischen den Sparren 120 mm „Klemmrock 035“ eingebaut. Darauf wurde als Dichtbahn die „RockTect Meditop“ ausgerollt und mit den vorbereiteten Klebeflächen in den Überlappungen luftdicht verschlossen. Zur Verklebung an den aufgehenden massiven Bauteilen und am Mauerwerk empfiehlt der Hersteller den Kartuschenkleber „RockTect Multikit“. Die Fugen zwischen Dichtbahn und Sparren werden von allen Seiten mit dem Klebeband „RockTect Twinline“ abgedichtet.

Durch den Einsatz der Dampfbremse „RockTect Meditop“ entsteht während der Bauphase eine Behelfsdeckung gemäß Fachregeln. „Für meine Kunden bringe ich das immer auf einen einfachen Punkt“, sagt Janz. „Unser Dach ist während der Bauphase an jedem Abend, an dem wir die Baustelle verlassen, regendicht und windsicher. Das ist den Kunden verständlicherweise sehr wichtig.“

Auf den Sparren wurden noch einmal 140 mm „Masterrock 035 kaschiert“ im Verband verlegt. Hierbei handelt es sich um eine hoch verdichtete, nichtbrennbare Aufsparrendämmung mit einer aufkaschierten diffusionsoffenen Unterdeckbahn. Sie erfüllt die Anforderungen gemäß dem Regelwerk des ZVDH und besitzt einen sd-Wert < 0,1 m. Die Platten besitzen eine extra harte Oberlage und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K). Die Kaschierung ist ebenfalls mit Selbstklebestreifen ausgerüstet. Mit der „RockTect Finatop“ gelingt auch die Abdichtung am First, auf Graten und Kehlen selbstklebend leicht.

Zur Befestigung empfiehlt ROCKWOOL „Meisterdach Plus Schrauben“. Hierbei handelt es sich um Doppelgewindeschrauben, die die Konterlattung, Dämmung und Dichtbahn durchdringen. Die Anzahl der benötigten Schrauben ermittelt der Bemessungsservice des Herstellers. Das Klebeband „RockTect Nailkit” wird rückseitig auf die Konterlatten geklebt und dient als Perforationssicherung. Dort, wo die Schrauben die Kaschierung der „Masterrock“ durchdringen, dichtet das Klebeband sie sicher gegen das Eindringen von Wasser ab. So entsteht erneut eine Behelfsdeckung gemäß Fachregeln.

Einfach sicher

Zentral für die feuchtetechnisch überzeugende Funktion des „Meisterdachs“ ist der Einsatz der „RockTect Meditop“ – einer Luftdichtungsbahn mit einem sd-Wert von 0,5 m, die einen minimalen Tauwasserausfall in der Heizperiode sicherstellt. Bei einer üblichen Dämmdicke über den Sparren kann die „RockTect Meditop“ in einer Ebene über den Sparren verlegt werden. Bei der Verarbeitung ist dafür zu sorgen, dass die „RockTect Meditop“ luftdicht verklebt und an alle aufgehenden Bauteile ebenso luftdicht angeschlossen wird. Markus Janz betont: „Gerade dort, wo an die Gründerzeitvilla jüngere Anbauten anschließen, musste in allen Ecken und Winkeln die Dampfbremse so angeschlossen werden, dass die Dachkonstruktion zukünftig zuverlässig zu jeder Zeit abtrocknen kann.“

Moderne Ziegel – klassische Optik

Die Bauherrin wollte die ursprüngliche Ästhetik des Gebäudes mit seinen roten Dachziegeln erhalten wissen. Deshalb empfahl Markus Janz die Arbeit mit dem Doppelmuldenfalz-Ziegel „Dachziegel D Classic“ von Nelskamp rot engobiert in der Kombination mit den passenden PV-Modulen des Herstellers. Auf ca. 50 m² Dachfläche wurden 62 Module in die Dachdeckung integriert, die pro Stunde bis zu 5,7 kWh Strom erzeugen können. „Damit werden die gesetzlichen Vorgaben für ein Mehrfamilienhaus dieser Größe erfüllt“, erklärt Janz. Auch wenn Indach-Systeme noch teurer seien als aufgeständerte Module, empfehle er seinen Kunden aus voller Überzeugung in die Deckung integrierte Systeme.

Nichtbrennbare Steinwolle im „Meisterdach“ System von ROCKWOOL und integrierte PV-Module bleiben auch in naher Zukunft die Favoriten des Lünener Dachdeckermeisters. „Unsere Dächer überdauern Jahrzehnte“, betont Janz, „und deshalb sind wir es unseren Kunden schuldig, sie detailliert und umfassend zu den Merkmalen von Dämmstoffen, Deckungen und eben auch verschiedenen PV-Lösungen zu beraten. Funktionssicherheit und Ästhetik müssen immer Hand in Hand gehen.“

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