Ein Brandriegel ist ein horizontal verlaufender, formstabiler Dämmstreifen aus nichtbrennbarem Material, der in ein schwerentflammbares WDVS mit EPS-Dämmstoff integriert wird. Hierfür wird üblicherweise Steinwolle der Euroklasse A1 verwendet, die mit einem Schmelzpunkt von über 1.000 °C hohen Temperaturen standhält und formstabil bleibt.
Wann sind Brandriegel erforderlich?
Wird ein WDVS mit EPS-Dämmstoff in Gebäuden „mittlerer Höhe“ (Gebäudeklasse 4 und 5) eingesetzt, dann muss dieses WDVS die Anforderung „schwer entflammbar“ erfüllen. Je nach Dämmdicke und Fassadenbereich sind dann zusätzliche konstruktive Brandschutzmaßnahmen, landläufig Brandbarrieren genannt, erforderlich.
Welche Arten von Brandbarrieren gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen den folgenden Arten von Brandbarrieren unterschieden:
- Umlaufende Brandriegel als durchgehendes Band um das Gebäude
- Brandbarrieren über Fenster- und Türöffnungen (Sturzschutz), ggf. bis zu einer dreiseitigen Umschließung ausgeführt
Welche Funktion übernimmt der Brandriegel?
Bei WDVS mit expandiertem Polystyrol (EPS) übernimmt der Brandriegel dabei eine wichtige brandschutztechnische Funktion. Als nichtbrennbare, formstabile Barriere erschwert er die Ausbreitung von Flammen entlang der Gebäudehülle und erhöht so den Brandschutz der Fassade. Bei Gebäuden ab 7 m Höhe (Gebäudeklassen 4 und 5) ist der Brandriegel gesetzlich vorgegeben, um die Brandausbreitung über EPS-Fassaden zu begrenzen.
Wo werden Brandriegel eingebaut?
Je nach Gebäudehöhe und Systemvorgaben werden Brandbarrieren an vorgegebenen Stellen an der Fassade eingebaut – beispielsweise über Fenster- und Türöffnungen oder als gebäudeumlaufender Brandriegel im Sockelbereich und mehreren Geschossen.
Die Brandbarrieren (ob Sturzschutz oder Brandriegel) müssen dabei vollflächig auf den tragfähigen Untergrund geklebt und zusätzlich mechanisch befestigt werden.
Im Brandfall unterbricht der Brandriegel die Ausbreitung von Flammen entlang der Fassade und trägt dazu bei, einer geschossübergreifenden Brandausbreitung auf höher gelegene Geschosse oder den Dachbereich entgegenzuwirken.