In einer Reihe von Wohnhäusern im untersten Bereich des Bezirks Reutsberg in Heel (Gemeinde Maasgouw, Niederlande) drang das Abwasser über die Toiletten nach oben, und bei starken Regenfällen wurden Straßen und Gärten überflutet. Die Erweiterung der Kanalisation war keine Option und der Bau einer separaten Regenwasserkanalisation wäre zu teuer gewesen. Daher wurde ein Pilotprojekt gestartet, bei dem das Regenwasser umgeleitet und oberirdisch in Rigolen geleitet wurde, von wo aus es in den Boden versickern konnte.

Das war ein gute, funktionale Lösung, ausgenommen an einem Standort – einer Rigole an der Boslaan, die als Spielwiese diente. Die ursprüngliche Konfiguration der Rigole mit Lavasteinen im Substrat schien dort nicht wie erwartet zu funktionieren. Der Boden, in den das aufgefangene Wasser versickern sollte, war offenbar verschlammt, was dazu führte, dass das Wasser in niederschlagsreichen Perioden nicht absorbiert wurde. Das Spielfeld wurde regelmäßig überflutet und musste aus Sicherheitsgründen zeitweise sogar mit einem Zaun abgesperrt werden. Dies war eine inakzeptable Situation, zumal die Spielwiese zu Beginn des Projekts von der nachbarschaftlichen Koordinierungsgruppe als wichtiger Sozialraum ausgewiesen worden war. Es musste also eine Lösung gefunden werden, welche an diesem Ort die Funktionen von Spielwiese und Wasserspeicher vereint.

Umsetzbare Lösung

Daniëlla Houben, Projektleiterin für Infrastruktur bei der örtlichen Behörde: „Wir können die gewünschte Versickerungstiefe an diesem Standort nicht erreichen, weil es ein Grundwasserschutzgebiet ist. Dort dürfen wir nur maximal drei Meter unter dem Boden arbeiten. Dies beschränkt unsere Möglichkeiten ein wenig, da wir in der Lage sein müssen, 500 m3 Wasser abzuleiten. Zusammen mit Ria Smits, meiner Kollegin von der Kanalisationsinstandhaltung, begann ich, die Optionen zu prüfen. Am Ende erschien Rockflow® als eine umsetzbare Lösung, da es eine große Speicherkapazität bietet, man relativ nahe an der Bodenhöhe bleiben kann und es einfach zu konfigurieren und anzupassen ist. Außerdem ist es wartungsfreundlich und in der Regel nicht anfällig für Verstopfungen". Der letzte Punkt war besonders wichtig, da der Standort in Nachbarschaft eines Waldgebiets liegt, wo viel Sand- und Laubabfall anfällt.

Rockflow ist ein Wassermanagementsystem, das große Mengen Regenwasser im städtischen Raum schnell und effektiv zwischenspeichern kann. Das innovative System wird unter bebauten Oberflächen wie Plätzen, Straßen, Wegen und Industrieflächen verwendet, die bei Starkregen mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen haben. Das System wird auch für die Zwischenspeicherung und Ableitung von Regenwasser in Rigolen verwendet. Rockflow besteht aus flachen (Standardelement 100 x 120 x 15 cm), leichtgewichtigen (unter 20 kg) Steinwollelementen, die 95 % ihres Volumens in Regenwasser absorbieren können. Von dort aus kann das Wasser in die Bodenschicht versickern oder in die Kanalisation oder das Oberflächenwasser abgeleitet werden.

Budget

Das verfügbare Budget war zumeist schon in den früheren Phasen des Reutsberg-Projekts aufgebraucht, sodass zusätzliche Mittel freigegeben werden mussten. Während der Untersuchungsphase eines umsetzbaren Systems wurden daher regelmäßige Besprechungen mit den zuständigen Behörden durchgeführt. Houben: „Wir werden es Schicht für Schicht abtragen. Was sind die Folgen, wenn wir nichts tun? Was wäre, wenn wir nur Maßnahmen durchführen, die innerhalb des Budgets liegen? Was würde es kosten, es richtig zu machen? Die einfachste Lösung wäre, das Spielfeld mit Sand aufzufüllen, aber dann würde man fünfhundert Kubikmeter Wasserspeicher verlieren, das Wasser würde auf den Grundstücken unterhalb des Niveaus wieder schwere Überschwemmungen verursachen. Das Ziel des gesamten Projekts wäre verfehlt. Es war ein Prozess des Eliminierens, wodurch schließlich die korrekte Lösung herauskristallisierte. Mit dem neuen System haben wir die Kapazität um 65 % erhöht, da es ist auf Starkregenfälle mit 50 mm statt mit 30 mm wie beim ursprünglichen Entwurf kalkuliert wurde. Indem wir alle diese Argumente vorgelegt haben, konnten wir schließlich das erforderliche zusätzliche Budget erhalten.“

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Weitere Informationen über Rigolen:

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Rutger van der Veld

Business Manager,
Rockflow